Erstellt von Regina Schwarz | | SCJ-Nachrichten

Die wichtigste Woche im Jahreskreis

Mit dem Palmsonntag hat die Karwoche begonnen. Sie ist die wichtigste Woche im Jahreskreis, umfasst Gründonnerstag und Karfreitag und endet am Abend des Karsamstags mit der Feier der Osternacht. Für die Herz-Jesu-Priester wie Pater Roman Gorincioi SCJ und für Frater Boris Igor Signe SCJ ist die Karwoche eine ganz besondere Zeit.

Die Dornenkrone dient als Symbol des Leiden Jesu am Kreuz. (c) Fotolia/Gino Santa Maria
Hosanna-Ruf am Palmsonntag

Der Palmsonntag trägt eine besondere Spannung in sich. Beim Einzug Jesu in Jerusalem wird er von der jubelnden Menge gefeiert, als König, der auf einem Esel in die Stadt einzieht. Wer die Prophezeiung des Propheten Sacharja kannte, der wusste, was dieser Einzug für ein Zeichen war: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.“ (Sach 9,9) Dieser Verheißung entsprechend erwartete Israel das Eintreffen des Messias auf einem Esel. Doch nicht nur der Jubel, die Palmenweihe und die Palmprozession prägen die Liturgie des Palmsonntags, sondern auch das Evangelium vom Leiden und Sterben Jesu. Der Jubel, der beim Einzug Jesu in Jerusalem erklang, weicht dem „Kreuzige ihn“ des Karfreitags.

Das Triduum

Am Gründonnerstag beginnt das „Triduum Paschale“. In der Liturgie bilden die Gottesdienste vom Gründonnerstag mit der Feier des letzten Abendmahls, vom Karfreitag, mit dem Gedenken des Leidens und Sterbens Jesu und der Osternacht mit der Feier der Auferstehung eine Einheit. Pater Roman Gorincioi SCJ aus der Ordensniederlassung in Berlin sagt: „Ich werde die wunderschöne Liturgie vom Triduum feiern.“

Fußwaschung am Gründonnerstag

Am Gründonnerstag wird das letzte Abendmahl gefeiert und vom Priester die Fußwaschung vorgenommen, so wie Jesus dies an seinen Jüngern tat. Jemandem die Füße zu waschen, war der niedrigste Sklavendienst, der verrichtet werden konnte. Jesus wählt diese Handlung vor seinem Kreuzestod, um seinen Jüngern zu zeigen, wie weit seine Liebe geht und fordert diese wiederum auf, seinem Beispiel zu folgen. Der Gründonnerstag wird als der Tag gefeiert, an dem Jesus die Heilige Eucharistie einsetzt. „Mir ist es wichtig, den Gläubigen an diesem Tag die Heilige Eucharistie, das Brot des Lebens, zu spenden“, erklärt Pater Gorincioi SCJ. Nach der Messfeier wird der Altar leergeräumt, die Heilige Eucharistie aus dem Tabernakel, der nun leer bleibt, an einen anderen Ort übertragen. Die Messfeier endet ohne Schlusssegen und die Kirchenglocken und die Orgel schweigen. Vielerorts verbringt die Gemeinde die abendlichen Stunden im Gebet vor dem Allerheiligsten und gedenkt der Stunden, die Jesus im Ölgarten im Gebet zugebracht hat.

Tod Jesu am Karfreitag

Am Karfreitag steht das Leiden und Sterben Jesu im Zentrum. Die Liturgie beginnt still, ohne Kreuzzeichen, sie ist die Fortsetzung des Geschehens des Gründonnerstags. Die Priester legen sich mit dem Gesicht zur Erde auf den Boden, als Ausdruck der Erschütterung über den Tod des Herrn. Die Liturgie ist schlicht, zu den Besonderheiten zählen die Kreuzverehrung, die Großen Fürbitten des Karfreitags und der Empfang der Eucharistie. „Die Kreuzverehrung ist für mich ein ganz zentraler Moment des Karfreitags“, erzählt Pater Gorincioi SCJ. Da es am Karfreitag keine Heilige Messe mit Wandlung gibt, werden die bereits am Gründonnerstag konsekrierten Hostien während dieses Wortgottesdienstes von den Gläubigen empfangen. Der Wortgottesdienst endet mit einem Segensgebet. Der Karfreitag ist ein strenger Fastentag.

Frater Boris Igor Signe SCJ aus der Ordensniederlassung in Freiburg findet: „Wenn man in einem christlichen Milieu lebt, wird man automatisch mit dem Fasten konfrontiert. Bei mir war das ganz automatisch schon am Aschermittwoch so.“ Seit dem Aschermittwoch, der den Beginn der Fastenzeit markiert, hört man in den Evangelien immer wieder den Ruf zur Umkehr, zum Geben von Almosen, zum Fasten und zur Liebe. „Die Fastenzeit, besonders aber die Karwoche, ist für mich eine Zeit, in der ich meine Beziehung zu Gott intensivieren kann“, erläutert der der junge Theologie-Student.

Grabesruhe am Karsamstag

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu. An diesem Tag wird keine Eucharistie gefeiert, die Osternacht gehört, wenn sie am Abend des Karsamstags gefeiert wird, liturgisch zum Ostersonntag. „Wenn dann in der Osternacht das Licht der Osterkerze in die dunkle Kirche gebracht und dem Volk die Auferstehung Jesu verkündet wird, ist für mich Ostern“, sagt Pater Gorincioi SCJ.

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