Lieber Stille statt Ereignis - vierter Teil unserer Sommerserie

Sommer, Sonne, Sonnenschein. In der warmen Jahreszeit fehlt es den Ordensleuten zwar nicht an Aufgaben. In den Sommerferien laufen die Uhren häufig doch langsamer und dann bricht auch in den Klöstern und für die Patres selbst die Urlaubszeit an. Teil vier der Sommerserie – diesmal aus Martental in der Eifel, dort wartet Stille statt Ereignis.

Das Kloster Martental mit der Wallfahrtskirche ist besonders im Sommer eine Oase der Stille. (c) Nowak/scj

 Städtereisen, Strandurlaub oder doch lieber eine Bergtour? Warum die Ferienzeit nicht auch einmal für eine Wallfahrt nutzen? Pater Konrad Flatau SCJ aus Maria Martental erzählt, was den Sommer über an diesem Wallfahrtsort geboten ist und verrät seine eigenen Urlaubspläne. "Maria Martental ist wunderschön gelegen", schwärmt Pater Flatau, "es gibt hier viele Ausflugs- und Wandermöglichkeiten durch die Eifel- und Mosellandschaft". Auch begeisterte Radfahrer kommen ganz auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl der Pilger wird in dem im Frühjahr dieses Jahres neu eröffneten Pilgerheim gesorgt, in dem eine köstliche Auswahl an Speisen angeboten wird, von Kaffee und Kuchen bis hin zur deftigen und sättigenden Mahlzeit.

Für das geistliche Wohl bieten die Herz-Jesu-Priester Wallfahrtsgottesdienste sowie Beicht- und Gesprächsmöglichkeiten. "Maria Martental hat eine lange Pilgertradition. Viele Menschen bringen ihre Anliegen zur Schmerzensmutter, die hier verehrt wird", sagt Pater Flatau. "Maria Martental ist aber auch eine Station auf dem Jakobsweg, der sich seit ein paar Jahren großer Beliebtheit erfreut. „Vor kurzem hatten wir hier ein großes Glaubensfestival mit der Charismatischen Erneuerung Auderath. Es kamen etwa 300 Teilnehmer und jung Gebliebene, um gemeinsam zu beten, Lobpreis zu machen, Katechesen zu hören und miteinander die Heilige Messe zu feiern", berichtet der Dehonianer. "Ein weiteres großes Ereignis war die Schiffwallfahrt einer Pfarrei, die im Rahmen dieser Wallfahrt mit acht Bussen auch Station in Maria Martental machte", fährt er fort.

Urlaubspläne der Mitbrüder

„Zunächst sind natürlich einige Gottesdienste zu überbrücken, so dass jeder von uns gut beschäftigt ist“, konstatiert der Ordensmann. In dem Kloster mache sich die Urlaubszeit schon bemerkbar. So müssen die Mitbrüder im Sommer die Mahlzeiten hin und wieder selbst vorbereiten. „Auf diese Weise machen wir eine kleine kulinarische Reise, denn mal gibt es etwas Indisches, dann kochen die brasilianischen Mitbrüder oder unsere katholische Mitarbeiterin aus der Türkei“, erklärt Pater Flatau. Letztere verwöhne die Ordensbrüder immer wieder mit Spezialitäten aus ihrer Heimat. „Sie spricht die Sprache Jesu, aramäisch. Es ist faszinierend, sie uns in der Sprache einen 'guten Appetit' wünschen zu hören, in der Jesus dies seinen Jüngern gewünscht hat“, freut sich Pater Flatau SCJ. Wer von den Mitbrüdern nicht verreist sei, der besuche ab und an in Koblenz eine Filmvorführung, das Freilichttheater in Kaiseresch oder das Burgtheater in der Umgebung. "Es sind schöne Gelegenheiten, Bekannte zu treffen", erzählt der Ordensmann. Gelegenheit zum Austausch biete darüber hinaus auch der Besuch der Mitbüder aus anderen Ordensniederlassungen, die in Maria Martental Erholung suchen.

Stille statt Ereignis

Nach und nach fahren die Ordensbüder auch selbst in die Ferien. „Pater Pohl SCJ zum Beispiel besucht seine Heimat in Polen“, verrät Pater Flatau. Ende Juli verabschiedeten die Martentaler Patres ihren Mitbruder Adam Dedik, der nun in seiner Heimat Slowakei tätig ist. Anfang August kamen dafür drei neue Mitbrüder nach Maria Martental, Pater Lenin James, Pater Jairson Hellman und Pater Roman Gorincioi. „Ich selbst nutze die Urlaubszeit um zu lesen, aber auch, um in Ruhe schon einmal die nächsten Exerzitien vorzubereiten, die ich anbiete“, erklärt Pater Flatau. Zudem werde er ein paar Tage in Basel verbringen, um auf das Haus eines Freundes aufzupassen, und freut sich schon, „die schöne Landschaft zu genießen, in Ruhe zu arbeiten und die ein oder andere Bahn durch den Pool schwimmen. Mir ist im Urlaub Stille lieber als Ereignis", verrät der Ordensmann.

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