Seit 50 Jahren im Dienst für Gott und die Menschen

Eine Priesterweihe ist ein beeindruckendes Ereignis. Doch noch beeindruckender ist es, wenn jemand seiner Berufung 50 Jahre lang treu geblieben ist und dankbar auf den eigenen Le-bensweg zurückblicken kann. Pater Heinz Faller SCJ und Pater Karl Hogeback SCJ feiern in diesen Tagen ihr 50. Priesterjubiläum. Beide haben in ihrem Leben Höhen und Tiefen erlebt. Beide hatten viele gute Vorbilder auf ihrem Weg, denen sie nacheifern wollten und gleichzei-tig das Ziel, verständnisvolle Priester zu werden.

Pater Hogeback (l.) und Pater Faller (r.) feiern 50-jähriges Priesterjubiläum. (c) Fotolia/Montage: Nowak

Pater Heinz Faller: „Gemeinschaft habe ich bei den Herz-Jesu-Priestern gefunden“

„Ich wuchs mit meinen beiden Brüdern behütet von meiner Mutter, meiner Tante, die an Kin-derlähmung erkrankt war, und meiner Großmutter auf“, erzählt der Pater Heinz Faller. gebo-ren wurde der Ordensmann am 10. Februar 1940 in Freiburg. Es gab schon früh einen schwe-ren Schicksalsschlag für die Familie. „Mein Vater musste als Soldat in den Krieg und ist in Rumänien gefallen - ich war vier Jahre alt, als ich ihn zum letzten Mal sah“, blickt Pater Faller zurück.

Der Wunsch, Priester zu werden, keimte in ihm schon früh auf. Nach der Erst-kommunion nahm ihn sein Heimatpfarrer am Gründonnerstag mit zur Ölweihe ins Freiburger Münster. Damals habe ihn das Choralsingen der Theologiestudenten sehr fasziniert. „Ich hatte keine Ahnung, wer diese jungen Männer in ihren langen schwarzen Sutanen und den weiten Chorröcken mit ihren engelsgleichen Stimmen waren, aber ich sagte spontan zu unserem Pfar-rer: ‚Zu denen möchte ich gehören‘. Als er mir darauf antwortete, dass ich dann studieren müsse, wollte ich es doch nicht mehr. Trotzdem ließ man mir vorsorglich Lateinunterricht angedeihen“, erzählt Pater Faller lachend.

Er besuchte das Gymnasium und Internat der Missionsschule in Stegen und die Oberstufe auf dem Gymnasium in Handrup. „Ich war beeindruckt von den vorbildlichen Priestern und woll-te so werden wie sie und natürlich viel besser als diejenigen Ordensmänner, die sich weniger großer Beliebtheit erfreuten“, berichtet der Ordensmann. „Natürlich war ich als Novize ein Jugendlicher wie andere auch und hatte so manche Flausen im Kopf. Zum Beispiel wusste ich, dass man in der Sutane, dem schwarzen bodenlangen Gewand mit weiten Ärmeln, bis zu sechs Flaschen Bier verstauen kann, um diese unbemerkt am Rektor vorbei zu schmuggeln.“

Die Entscheidung Priester zu werden, war nicht einfach: Eine Zeit des Ringens begann für den Ordensmann, und der Entschluss, die zeitlichen und dann die ewigen Gelübde abzulegen. Es folgte die Weihe, zunächst zum Diakon und dann zum Priester, „beides ebenfalls mit ban-gem Herzen. Für mich stand immer fest: Wenn ich Priester werde, dann nur in einer Gemein-schaft, die mich mittragen würde – das habe ich bei den Herz-Jesu-Priestern gefunden.“ Be-sonders anziehend war für ihn die Herz-Jesu-Verehrung mit der sozialen Ausrichtung des Ordebs – von Pater Dehon so gewollt: ‚Geht zu den Menschen‘ und ‚bleibt nicht in der Sak-ristei‘. 2Ich bin Gott sehr dankbar, auch für die wunderbare Unterstützung vieler Helfer und guter Freunde.“

 

Pater Karl Hogeback: „Ich wollte für Menschen da sein“

„Ich war in einer kleinen Dorfschule in meiner Heimatgemeinde und einer meiner Lehrer dort hat mich gefragt, ob ich nicht anschließend auf das Internat nach Handrup wollte“, erinnert sich Pater Karl Hogeback heute. „Ich wurde dort von einem Pater unterrichtet, der ein offenes Ohr für meine jugendlichen Probleme hatte. So wuchs in mir der Wunsch, ebenfalls Herz-Jesu-Priester zu werden, um vor allem jungen Menschen in ihren Schwierigkeiten beizustehen“, sagt der Ordensmann. Es sei daher kein Zufall, dass sich Pater Hogeback für diesen Orden entschieden hat, zumal seine Eltern den Herz-Jesu-Freitag immer sehr intensiv begangen haben.

„Früher stand allerdings der Sühnegedanke stark im Mittelpunkt, was ich nie ver-standen hatte, da Jesus meine Schuld doch gesühnt hat.“ Im Laufe der Jahre wurde für den Ordensmann immer zentraler die Vorstellung, dass Gott auch ein Herz für die Menschen hat. „Dies wurde für mich zum eigentlichen Akzent des Herz-Jesu-Freitags“, erklärt er.

So folgte nach dem Abitur das Noviziat. Für Pater Hogeback keine leichte Zeit, da der dama-lige Novizenmeister eher Hindernis statt Hilfe auf dem Weg in den Orden gewesen sei. „Es hat mich aber von diesem Weg nicht abbringen können“, berichtet der Ordenspriester. „Ich war immer ein Fragender und ein Suchender“, erklärt er und erzählt, dass auch dann, wenn man seine Berufung gefunden hat, Prüfungen kommen. Beispielsweise das Vermissen von Partnerschaft, doch hätte er nie ernsthaft erwogen, den Orden zu verlassen.

Ein großer Wunsch ging für Pater Hogeback sehr schnell in Erfüllung: „Ich wollte immer Präfekt an einer Schule werden und wurde dies sogar ohne vorher ein Praktikum absolviert zu haben. Gleichzeitig hatte ich dort einen sehr guten Pastor, der mir vieles zutraute“. Später führte ihn sein Weg nach Maria Martental, dort wurde er Rektor und war mit der Wallfahrtseelsorge betraut. Später erhielt er die Möglichkeit, nach Handrup, in die Nähe seiner Heimat zurückzu-kehren, die er gerne annahm. „Jetzt bin ich seit sieben Jahren außer Dienst und durch eine Muskelerkrankung ein ‚rollender Pater‘. Ich bin dankbar für die vergangenen 50 Jahre, in de-nen mein Hauptakzent der Blick auf die Bedürftigen war. Ich wollte vor allem für jene Men-schen da sein, denen es nicht so gut geht“, erzählt Pater Hogeback.

Aufgezeichnet von Regina Maria Schwarz
 

  • S
  • M
  • L