Südafrika aus erster Hand

Pater Horst Steppkes ist derzeit zu Besuch bei den Mitbrüdern der südafrikanischen Provinz. An dieser Stelle publizieren wir einige seiner Reisenotizen, die er dieser Tage aus Südafrika übermittelte.

Pater Steppkes im Divine Mercy Centre De Aar.

Aliwal North

Hier fing alles an. P. Wolfgang Demont SCJ (aus Aachen) wurde 1923 Apostolischer Präfekt der Gariep Mission, aus der einige Jahre später die Diözese Aliwal North wurde, mit P. Demont als erstem Bischof. In Aliwal ist das „Mutterhaus“ der südafrikanischen Provinz, die 1995 aus der Region der nordamerikanischen Provinz (Diözese De Aar) und der zur deutschen Ordensprovinz gehörigen Region Aliwal gebildet wurde. In Aliwal North war bis 2016 das Provinzialat. Heute leben hier einige ältere Mitbrüder, u.a. die beiden deutschen Patres Benno Hansel und Karl-Heinz Ofenloch.

Das Kloster bleibt auch weiterhin ein wichtiges Haus für die Provinz, es bittet, einschließlich Nebengebäude, die Möglichkeit zu Versammlungen und Tagungen.

Johannesburg

Hier befindet sich seit 2016 provisorisch das Provinzialat in einem kleinen Einfamilienhaus. Der Beschluss, das Provinzialat nach Johannesburg zu verlegen, ist verbunden mit den Plänen, die 2015 bei einer Provinzversammlung erörtert und beschlossen wurden.

Auf der Suche nach Arbeit verlassen die jungen Leute die eher ländlichen Gebiete (wie Aliwal, ca. 50.000 Einwohner) und ziehen in die Großstädte.
Seit dem 2. Februar 2017 ist P. Bernhard Tente Sompane neuer Provinzial. Seine Aufgabe ist es nun, die Pläne und Visionen Schritt für Schritt umzusetzen. Dazu gehört jetzt als erstes, ein geeignetes Gebäude für das Provinzialat zu finden, möglicherweise in einem ehemaligen Schwesternhaus.

Der Erzbischof von Durban wünscht sich sehr ein dehonianisches Engagement in seiner Diözese. Bisher waren bereits zwei Herz-Jesu-Priester in zwei großen und  sehr lebendigen Pfarreien des riesigen Townships Soweto tätig.
Der Erzbischof will ein Grundstück zur Verfügung stellen, auf dem in den nächsten Jahren ein dehonianisches Zentrum entstehen soll, gemäß des Auftrags von P. Dehon, „an die Ränder“ zu gehen.

Pietermaritzburg (Kwa Zulu Natal)

Seit 2004 befindet sich hier in einem ehemaligen Motel das internationale (afrikanische) Scholastikat der Provinz. Die Studenten, zurzeit 22, studieren an der 20 km entfernten und von Oblaten Patres geführten Hochschule in Cedara, an der auch ein Herz-Jesu-Priester lehrt. Rund um Cedara haben einige Orden und Gemeinschaften ihre Studienhäuser. Zur Zeit werden auf dem Gelände zehn neue einfache Wohneinheiten gebaut, die bezugsfertig sein müssen, wenn im Juli die fünf Novizen vom Noviziat zum Studium übersiedeln. In den Plänen und Visionen der südafrikanischen Mitbrüder für die Zukunft ihrer Provinz werden die beiden Orte Johannesburg und Pietermaritzburg eine zentrale Rolle spielen.

Besuch bei drei Bischöfen

Bischof Michael Wüstenberg, Bischof von Aliwal North, stammt aus der Diözese Hildesheim. Seit der Neuausrichtung der Provinz im letzten Jahr ist kein Herz-Jesu-Priester mehr in der Diözese aktiv tätig.
Im letzten Jahr konnte die Missionsprokura mit Spendengeldern ein Projekt des Bischof, die „Area 13“ in einer Location, mit 30.000,00 € unterstützen. Der Bischof möchte dort die bisherigen Wellblechhütten des Kindergartens, die sonntags Gottesdienstraum sind, durch ein einfaches, aber solides Multifunktionsgebäude ersetzen.

Bischof Adam Musialek SCJ, Bischof von De Aar
Anfang 2016 konnte Bischof Adam, das renovierte und erweiterte „Divine Mercy Centre“ einweihen und seiner Bestimmung übergeben. Es enthält einen Kindergarten mit zurzeit 385 (!) Kindern in 12 Gruppen, eine Vorschule, eine Schule bzw. eine Betreuung für behinderte bis schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren und ein Hospiz mit 10 Plätzen für Sterbende.
Durch Spendenaktionen über die Zeitschrift „Dein Reich komme“ und ein großangelegtes Mailing, konnte die Missionsprokura 140.000,00 € für die Renovierung, Erweiterung und Einrichtung des „Divine Mercy Centre“ beisteuern.

Bischof Zolile Mpambani SCJ, Bischof von Kokstad (Kwa Zulu Natal)
Nach kurzer Amtszeit als Provinzial, wurde er vom Papst zum Bischof ernannt und 2013 in Kokstad geweiht.
In seiner Diözese sind keine Herz-Jesu-Priester tätig. Die Diözese hat zurzeit 17 Seminaristen. Auf Grund einer Bitte des Bischof bei meinem ersten Besuch 2015, hat die Missionsprokura 2015 und 2016 dem Bischof insgesamt 60.000,00 € für Unterhalt, Studiengebühren etc. seiner Seminaristen überweisen können.       

Die Umsetzung der Pläne und Visionen der südafrikanischen Provinz für eine gute Zukunft (Hoffnung machende Zahlen 3 Kandidaten, 5 Novizen) erfordert weiterhin die Unterstützung der Missionsprokura bzw. ihrer zahlreichen guten und treuen Freunde und Wohltäter. Seit vielen Jahren trägt die Missionsprokura schon die Kosten für Unterhalt und Studium der Studenten im Pietermaritzburger Scholastikat.
       

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